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Pflegegrad· Stand 2026

Pflegegrad 3

Schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Umfassender täglicher Hilfebedarf, häufig auch in der Nacht.

Pflegegrad 3 wird vergeben, wenn das Neue Begutachtungsassessment (NBA) des Medizinischen Dienstes eine Punktzahl zwischen 47.5 und 70 Punkten ergibt. Auf dieser Seite finden Sie alle Geldleistungen für 2026, die Voraussetzungen mit NBA-Punkten, ein Fallbeispiel sowie die wichtigsten Vergünstigungen.

Wie viel Geld gibt es bei Pflegegrad 3?

Bei Pflegegrad 3 haben Sie die Wahl zwischen zwei Geldleistungen für die häusliche Pflege:

Pflegegeld (für Angehörige)

599 € / Monat

Wird an die pflegebedürftige Person ausgezahlt, wenn Angehörige oder Bekannte die Pflege zu Hause übernehmen.

Pflegesachleistung

1.497 € / Monat

Wird direkt mit einem zugelassenen ambulanten Pflegedienst abgerechnet.

Das Pflegegeld ist die zentrale Geldleistung für pflegende Angehörige: Die Pflegekasse zahlt es an die pflegebedürftige Person, die damit ihre privaten Pflegepersonen finanziell anerkennen kann. Für die Pflegeperson ist es steuerfrei.

Beide kombinieren (Kombinationsleistung): Nutzen Sie z. B. 60 % der Sachleistung über einen Pflegedienst (898 €), bleibt Ihnen anteilig 40 % des Pflegegelds (240 € pro Monat). Im Pflegeheim übernimmt die Kasse bei Pflegegrad 3 1.319 € pro Monat für die reinen Pflegekosten.

Leistungen bei Pflegegrad 3 im Überblick

Monatliche Leistungen der Pflegekasse bei Pflegegrad 3, Stand 2026
LeistungBetrag 2026
Pflegegeld599 € / Monat
Pflegesachleistung1.497 € / Monat
Vollstationäre Pflege1.319 € / Monat
Entlastungsbetrag131 € / Monat
Tages-/Nachtpflegebis 1.497 € / Monat
Gemeinsamer JahresbetragKurzzeit- + Verhinderungspflege3.539 € / Jahr

Beträge nach SGB XI / Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG), Stand 2026. Die Werte gelten bis zur nächsten Dynamisierung unverändert.

Voraussetzungen: Wann wird Pflegegrad 3 anerkannt?

Der Pflegegrad wird vom Medizinischen Dienst nach einem einheitlichen Punktesystem ermittelt. Geprüft wird, wie selbstständig eine Person in sechs Lebensbereichen ist. Für Pflegegrad 3 sind 47.5 bis unter 70 von 100 Punkten erforderlich.

Typisch für Pflegegrad 3: Umfassender täglicher Hilfebedarf, häufig auch in der Nacht.

Zeitaufwand-Tabelle: die NBA-Module bei Pflegegrad 3

Wichtig: Seit der Pflegereform 2017 gibt es keine Zeitaufwand-Tabelle in Minuten mehr — die galt nur bei den alten Pflegestufen bis 2016. Heute zählt die Selbstständigkeit, gemessen in gewichteten NBA-Punkten. Die folgende Tabelle zeigt, aus welchen sechs Modulen sich diese Punkte zusammensetzen.

Module des Neuen Begutachtungsassessments und ihre Gewichtung
ModulGewicht
1. MobilitätAufstehen, Umsetzen, Fortbewegen, Treppensteigen10 %
2/3. Kognition, Kommunikation & VerhaltenOrientierung, Erinnern, Gespräche, nächtliche Unruhe, Ängste (der höhere der beiden Modulwerte zählt)15 %
4. SelbstversorgungWaschen, An- und Auskleiden, Essen und Trinken, Toilettengang — das am stärksten gewichtete Modul40 %
5. Umgang mit krankheits- und therapiebedingten AnforderungenMedikamente, Verbände, Arztbesuche, Umgang mit Hilfsmitteln und Therapien20 %
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer KontakteTagesablauf einteilen, Beschäftigung, Kontakte pflegen15 %
Punkte-Korridore aller Pflegegrade
PflegegradNBA-Punkte
Pflegegrad 112.5 – unter 27
Pflegegrad 227 – unter 47.5
Pflegegrad 347.5 – unter 70
Pflegegrad 470 – unter 90
Pflegegrad 590 – unter 100

Welche Punktzahl realistisch ist, schätzt der kostenlose Pflegegrad-Rechner in wenigen Minuten ab.

Fallbeispiel für Pflegegrad 3

Frau S., 85, hat eine fortgeschrittene Demenz. Sie erkennt Angehörige oft nicht mehr, braucht bei der gesamten Körperpflege Anleitung und Übernahme, ist nachts unruhig und sturzgefährdet. In der Begutachtung kommt sie auf etwa 60 Punkte — eine schwere Beeinträchtigung mit umfassendem täglichem Hilfebedarf.

Beispiel zur Veranschaulichung. Maßgeblich ist immer die individuelle Begutachtung durch den Medizinischen Dienst.

Welche Vergünstigungen bringt Pflegegrad 3?

Über die monatlichen Geldleistungen hinaus gibt es bei Pflegegrad 3 weitere Zuschüsse und steuerliche Vorteile:

  • 42 € pro Monat für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch (Handschuhe, Desinfektion, Betteinlagen)
  • Hausnotruf-Zuschuss von 25,50 € pro Monat
  • Bis zu 4.000 € je Maßnahme für einen barrierefreien Umbau (z. B. Treppenlift, ebenerdige Dusche)
  • 131 € Entlastungsbetrag monatlich für Alltagshelfer, Betreuung und Haushaltshilfe
  • Pflege-Pauschbetrag von 1.100 € pro Jahr in der Steuererklärung der Pflegeperson
  • Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung für die Pflegeperson (ab 10 Std./Woche an mindestens zwei Tagen)
  • 3.539 € pro Jahr für Kurzzeit- und Verhinderungspflege (gemeinsamer Jahresbetrag)
  • Kostenlose, unabhängige Pflegeberatung (§ 7a SGB XI) und kostenlose Pflegekurse für Angehörige
  • 224 € Wohngruppenzuschlag in ambulant betreuten Pflege-Wohngruppen
  • 20 % Steuerermäßigung auf haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerkosten (§ 35a EStG)

So beantragen Sie Pflegegrad 3

Der Antrag auf Pflegegrad wird bei der Pflegekasse gestellt, die an Ihre Krankenkasse angegliedert ist. Ein Anruf oder formloser Brief genügt, um das Verfahren zu starten. Anschließend begutachtet der Medizinische Dienst die Situation in der Häuslichkeit.

Bereiten Sie sich mit einem Pflegetagebuch und allen Arztbefunden auf die Begutachtung vor — das macht den Unterschied zwischen einem gerechten und einem zu niedrigen Pflegegrad.

Die vollständige Anleitung mit allen Fristen, der Verzugspauschale und dem Weg zum Widerspruch finden Sie unter Pflegegrad beantragen — Schritt für Schritt. Welcher Pflegegrad realistisch ist, schätzt der kostenlose Pflegegrad-Rechner vorab ein.

Alle Pflegegrade im Vergleich

Häufige Fragen

Pflegegrad 3: wie viel Geld bekommt man?
Bei Pflegegrad 3 zahlt die Pflegekasse 599 € Pflegegeld pro Monat an die pflegebedürftige Person (Geldleistung für pflegende Angehörige) oder bis zu 1.497 € Pflegesachleistung an einen ambulanten Pflegedienst. Beides lässt sich als Kombinationsleistung mischen. Im Heim übernimmt die Kasse 1.319 € pro Monat. Stand 2026.
Wie viel Pflegegeld gibt es bei Pflegegrad 3 für Angehörige?
599 € pro Monat. Das Pflegegeld ist die zentrale Geldleistung für die häusliche Pflege durch Angehörige: Die Pflegekasse zahlt es an die pflegebedürftige Person aus, die damit ihre privaten Pflegepersonen finanziell anerkennen kann. Es ist für die Pflegeperson steuerfrei.
Welche Voraussetzungen gelten für Pflegegrad 3?
Pflegegrad 3 wird zugeteilt bei 47.5 bis unter 70 Punkten im Neuen Begutachtungsassessment (NBA). Die Punkte ergeben sich aus sechs gewichteten Modulen: Mobilität (10 %), Kognition/Verhalten (15 %), Selbstversorgung (40 %), Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen (20 %) und Alltagsgestaltung (15 %). Entscheidend ist die Selbstständigkeit, nicht der Zeitaufwand in Minuten.
Gibt es bei Pflegegrad 3 eine Zeitaufwand-Tabelle?
Seit der Pflegereform 2017 gibt es keine Zeitaufwand-Tabelle in Minuten mehr — die galt nur bei den alten Pflegestufen bis 2016. Heute zählt, wie selbstständig eine Person in sechs Lebensbereichen ist. Das Ergebnis sind gewichtete NBA-Punkte (0–100), aus denen sich der Pflegegrad ergibt.
Welche Vergünstigungen bringt Pflegegrad 3?
Neben den Geldleistungen u. a. ein Pflege-Pauschbetrag von 1.100 € pro Jahr in der Steuererklärung, Rentenbeiträge für die Pflegeperson, Zuschüsse für Hausnotruf (25,50 €/Monat), Pflegehilfsmittel (42 €/Monat) und Wohnraumanpassung (bis 4.000 €).
Wie viele NBA-Punkte braucht man für Pflegegrad 3?
Pflegegrad 3 wird bei 47.5 bis unter 70 von 100 möglichen Punkten anerkannt. Die Punkte vergibt der Medizinische Dienst nach der Begutachtung in der Häuslichkeit.
Was bringt der gemeinsame Jahresbetrag?
Seit 1. Juli 2025 stehen ab Pflegegrad 2 insgesamt 3.539 € pro Jahr für Kurzzeit- und Verhinderungspflege zur Verfügung — flexibel kombinierbar. Vor der Reform waren es zwei getrennte Budgets mit engeren Regeln.
Gilt der Pflegegrad dauerhaft?
Der Pflegegrad bleibt anerkannt, bis eine Änderung beantragt wird. Bei Verschlechterung können Sie jederzeit eine Höherstufung beantragen; bei Verbesserung ist theoretisch eine Herabstufung möglich, in der Praxis aber selten.